Ab dem 30. Lebensjahr zeigen sich erste Symptome chronischer Erkrankungen. Daher sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Die frühzeitige Erkennung von Auffälligkeiten ermöglicht eine schnellere Behandlung und beugt Komplikationen vor. Eine umfassende Diagnostik alle ein bis zwei Jahre fördert die Gesundheit und verbessert die Lebensqualität.
CBC
Ein CBC liefert Informationen über die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen. Auffälligkeiten in der Anzahl der weißen Blutkörperchen können auf Infektionen oder Entzündungen hinweisen. Niedrige Hämoglobinwerte deuten oft auf eine Anämie hin, die Schwäche und Kurzatmigkeit verursachen kann.
Thrombozytenwerte helfen, das Blutungsrisiko oder eine Thromboseneigung zu erkennen. MCV- und MCH-Werte bestimmen die Größe und den Gehalt des Hämoglobins in den Blutzellen und erleichtern so die Diagnose von Vitaminmangel. Regelmäßige CBC-Kontrollen helfen, die Gesundheit des hämatopoetischen Systems zu überwachen.
Ein CBC sollte jährlich durchgeführt werden, bei chronischen Erkrankungen auch häufiger. In Absprache mit Ihrem Arzt kann dieser Sie bei auffälligen Ergebnissen zu weiteren Untersuchungen überweisen. Diese Maßnahmen ermöglichen eine schnelle Behandlung und vermeiden weitere gesundheitliche Komplikationen.
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Lipidprofil und Blutzuckerspiegel
Ein Lipidprofiltest umfasst Gesamtcholesterin, HDL- und LDL-Cholesterin sowie Triglyceride. Erhöhte LDL-Cholesterinwerte fördern Arteriosklerose und erhöhen das Herzinfarktrisiko. Niedrige HDL-Werte behindern den Fettabbau aus den Arterien, was die Bildung atherosklerotischer Plaques fördert.
Ein Nüchternblutzuckertest hilft, Prädiabetes und Typ-2-Diabetes frühzeitig zu erkennen. Ein Blutzuckerspiegel unter 100 mg/dl reduziert das Risiko von Gefäß- und Nervenschäden. Regelmäßige Blutzuckermessungen unterstützen das Gewichtsmanagement und die Vorbeugung von Stoffwechselerkrankungen.
Ein Lipidprofil und ein Blutzuckertest sollten mindestens alle zwei Jahre durchgeführt werden. Bei Risikofaktoren wie Übergewicht oder Bluthochdruck werden häufigere Tests empfohlen. Die frühzeitige Erkennung von Auffälligkeiten ermöglicht eine Anpassung des Lebensstils und eine entsprechende Behandlung.
Leber- und Nierenfunktionstests
Die Bestimmung der Leberenzyme – AST, ALT und GGT – hilft bei der Erkennung einer Fettlebererkrankung. Erhöhte Werte dieser Parameter weisen auf eine Leberzellschädigung oder Alkoholismus hin. Eine frühzeitige Diagnose von Leberveränderungen beugt Leberzirrhose und Organversagen vor.
Kreatinin- und eGFR-Tests bewerten die glomeruläre Filtrationsrate und die Nierenfunktion. Hohe Kreatininwerte können auf eine chronische Nierenerkrankung hinweisen. Ein Urintest zur Bestimmung der Proteinurie wird ebenfalls empfohlen, um Entzündungen und Nephropathie zu erkennen.
Leber- und Nierenfunktion sollten alle zwei Jahre, bei chronischen Erkrankungen auch häufiger, kontrolliert werden. Die Zusammenarbeit mit einem Internisten ermöglicht eine umfassende Beurteilung und eine angemessene Behandlung. Die präventive Pflege dieser Organe stärkt die allgemeine Immunität des Körpers.
Kardiologie und Blutdruckmessungen
Regelmäßige Blutdruckmessungen helfen, Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen. Ein Blutdruck unter 130/80 mmHg reduziert das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Jährliche Kontrolluntersuchungen ermöglichen die Überwachung der Wirksamkeit von Therapie und Lebensstil.
Ein Ruhe-EKG hilft, Herzrhythmusstörungen und Reizleitungsblockaden zu erkennen. Bei gesunden Personen sollten die EKG-Ergebnisse alle zwei Jahre wiederholt werden. Bei Herzklopfen oder Schwindel werden ein Belastungstest und ein Langzeit-EKG empfohlen.
Kardiologische Untersuchungen sollten durch eine Echokardiographie ergänzt werden, wenn in der Familie Herzerkrankungen vorkommen. Die Beurteilung der Struktur und Funktion des Herzmuskels ermöglicht die Früherkennung von Kardiomyopathien. Eine umfassende kardiovaskuläre Diagnostik erhöht die Gesundheitssicherheit.
Onkologisches Screening ab 30
Frauen nach 30 sollten alle drei Jahre einen Pap-Abstrich vom Gebärmutterhals machen lassen. Regelmäßiges Screening kann Krebsvorstufen und Krebs im Frühstadium erkennen. Die Zytologie in Kombination mit einem HPV-Test erhöht die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen.
Mammographien alle zwei Jahre werden für Frauen zwischen 40 und 69 Jahren empfohlen, ab dem 30. Lebensjahr jedoch Brustuntersuchungen durch einen Facharzt. Monatliche Selbstuntersuchungen der Brust unterstützen die Früherkennung von Knoten. Bei Auffälligkeiten sollte eine Ultraschalluntersuchung oder Biopsie durchgeführt werden.
Männer nach 30 sollten ihren PSA-Wert überprüfen lassen, insbesondere wenn Prostatakrebs in der Familie vorkommt. Ein hoher PSA-Wert kann auf eine Entzündung oder Krebs hinweisen. Früherkennung von Krebs ermöglicht eine effektive Behandlung und verbessert die Prognose.
Knochendichtemessung
Die DXA-Knochendichtemessung hilft, das Osteoporoserisiko einzuschätzen. Bei Frauen erhöht der Verlust an Knochenmasse nach den Wechseljahren das Risiko von Knochenbrüchen. Bei Männern ist Knochenprävention seltener, aber dennoch wichtig für die Frakturprävention.
Eine DXA-Untersuchung sollte nach dem 30. Lebensjahr durchgeführt werden, insbesondere bei Vitamin-D-Mangel oder langfristiger Kortikosteroid-Einnahme. Der T-Score gibt Aufschluss über den Grad des Knochenschwunds. Bei auffälligen Veränderungen sollten Nahrungsergänzungsmittel und Physiotherapie in Betracht gezogen werden.
Regelmäßige Knochendichtemessungen alle fünf Jahre ermöglichen die Überwachung der Therapiewirksamkeit. Krafttraining und eine ausgewogene, protein- und kalziumreiche Ernährung unterstützen die Knochengesundheit. Osteoporoseprävention reduziert das Risiko von Frakturen und langfristigen Behinderungen.
Seh- und Hörtests
Zweijährliche Sehtests helfen, Glaukom, Katarakt und Makuladegeneration zu erkennen. Die Überwachung der Sehschärfe und des Augeninnendrucks ist besonders wichtig, wenn die Erkrankung in der Familie vorkommt. Eine frühzeitige Behandlung von Augenerkrankungen beugt dauerhaften Sehschäden vor.
Ein Hörtest alle fünf Jahre kann Hörverluste durch Lärmbelastung oder degenerative Prozesse erkennen. Bei Hörverlust werden Tonaudiometrie und Impedanzmessung empfohlen. Bei hörbarem Tinnitus ist eine HNO-ärztliche Konsultation erforderlich.
Vorsorge für die Sinnesorgane fördert die allgemeine Lebensqualität und Sicherheit, insbesondere am Arbeitsplatz und im Straßenverkehr. Die Integration der Ergebnisse von Seh- und Hörtests in allgemeine Gesundheitsuntersuchungen ermöglicht eine umfassende Gesundheitsbeurteilung.
Zusammenfassung
Jede Person nach 30 sollte regelmäßig Blutuntersuchungen, Lipidprofile, EKGs, onkologische Untersuchungen, Knochendichtemessungen und Untersuchungen der Sinnesorgane durchführen lassen. Früherkennung von Veränderungen ermöglicht eine schnellere Behandlung und beugt Komplikationen vor. Eine umfassende Vorsorge alle ein bis zwei Jahre ist die Grundlage für einen gesunden Lebensstil.
Udo Liedermann

